Francis Nenik: XO

Roman

ed[ition]. cetera Leipzig (2012)

853 Seiten

Lose Blätter in Kartonage, mit Banderole

ISBN 978-3-00-037594-1

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Pressestimmen

 

"XO ist ein zahmes Ungeheuer, das die Monster-AG desertierte, weil es dort einfach zu harmlos zuging. Der Roman treibt mittlerweile unabhängig Revolte. Manche beschreiben ihn ehrfürchtig als Ungetüm, andere beschreiben ihn realitätsnah als unglaublich und unumgänglich."

Joshua Groß, Persona Non Grata vom 02. April 2013

 

"Ein Roman wie eine Wundertüte."

Deutschlandradio Kultur, 03. August 2012, nachzuhören hier

 

"Da ist eindeutig der unbedingte Wille zur Avantgarde am Werk, vielleicht ist es ja ein Post-Buch, dieses XO? [...] Den klassischen Textkörper hat Nenik jedenfalls aufgehoben, zugunsten einer freien Kombinatorik. Es soll vermutlich auch gar nicht in einer festen Blattreihenfolge bewältigt werden. Ist der Karton erst einmal weg, kann man es kreuz und quer lesen; mal eine Seite von oben, dann eine von hinten, danach eine aus der Mitte. Jeder Leser könnte eine andere Seitenauswahl treffen und so läse auch jeder ein anderes Werk. [...] Eine geradezu barocke Liebe des Autors zum Substantiv trifft auf einen fast naturalistischen Beschreibungswahn, der sich in Kaskaden von Partizipien manifestiert: werdend, habend, lallend und sofort. Das ist nicht einfach zu verfolgen, aber sprachgewaltig. Vor allem, weil das munter auf-, ab- und austretende Personal in den verschiedensten Registern spricht. Bertschie Bückling zum Beispiel schreibt 'Composition' echt wilhelminisch mit c. Mit 'Composition' bezeichnet er seinen Entwurf zu einer Brücke. Die will er bauen, weil er bei seiner Geburt in den Fluss fiel und seit er denken kann, will er dieses frühkindliche Trauma besiegen. Solcherart sind die Episoden: lustig bis grotesk, nicht unmittelbar sinnvoll, aber immer mit Raum für große Interpretation."

Christina Rietz, Zeit Online


"... das macht Spaß in diesem Konvolut von Blättern zu lesen, zu den Kapiteln zu springen, die manchmal nur aus einem Satz, dann wieder mehrere Seiten lang sind. Sie können von vorne beginnen, aber auch wahlweise durch die Kapitel springen – ähnlich Cortázar's Rayuela – vielleicht ein Vorbild für den Autor, diesen Sprachartisten?"

Buchhandlung Klaus Bittner, Köln

 

"Neniks Roman ist umso größer, je weniger sich die Dinge bewegen. Es ist ein kunstvolles Verweilen, Innehalten und Betrachten, aus dem ein Ensemble Dutzender grandios geschilderter Szenen enstpringt [...] Das hat enorme sprachliche Eleganz und Virtuosität und ist oft hohe Literatur mit einem ausgeprägten Sinn für Komik. Aber auch niedere literarische Formen wie Ulk und Klamauk haben hier Raum, selbst die Zote wird nicht gescheut. Kaum einer der Protagonisten trägt einen realistischen Namen, kaum einer führt ein sinnvolles Gespräch, die Dialoge scheinen aus Comics zu stammen, wir haben sprechende Schweine, kotzende Fische und reimende Marionetten, Anspielungen auf Sagen, Mythen und Gerüchte [...] Ein wenig windschnittiger, ein wenig angepasster wäre nicht schlecht gewesen. Aber manche Geister können sich mit Konventionen nicht arrangieren: Größe liegt oft im Überschreiten des Kleinen. Man denke an Hans Henny Jahnn oder Arno Schmidt, manche müssen es eben anders machen. Und Francis Nenik ist so ein Andersmacher."

Aléa Torik, DER FREITAG vom 26. April 2012 sowie online

 

"Als Leser beobachtet man die Figuren und Szenen und obwohl alles irgendwie merkwürdig erscheint, kommt es einem verdächtig vertraut vor. Nenik weiß mit Sprache umzugehen wie kein anderer. Er bildet aus Worten Geschichten, aus Metaphern Geschichten, aus Allegorien Geschichten, aus Metonymien Geschichten... Ich kann nichts anderes sagen als: Lest es!"

Kult-Literaten.de, 15. April 2012

 

"Es ist ein Roman, sicher, aber er funktioniert ein wenig anders. Bereits das Exposé ist ein Abenteuer, in dem Nenik verschweigt, wo die Reise im Buch hingeht. Im Buch selbst spielt er mit so ziemlich allem, was an sprachlichen oder schriftlichen Möglichkeiten denkbar ist. Irgendwann wird der Text für eine Weile zweispaltig, er setzt Fußnoten, macht Anmerkungen am Rand oder streicht ganze Passagen wieder - der Leser erlebt bei seiner Lektüre sozusagen mit, welche Passagen dem Autor später scheinbar unpassend erschienen."

Bettina Schnerr-Laube, März 2012

 

"Die Atmosphäre, die sich in den kurzen, langen, geschwärzten oder befußnoteten Kapiteln zwischen kühnster Wortabenteuer, reinster Poesie und Fäkalsprache entspinnt, ist eine düstere, allerdings durchwirkt von heiteren Momenten."

Julia Grote, logbuch. kreuzer Beilage zur Leipziger Buchmesse 2012, S. 35

 

"Francis Neniks Roman ´XO´, erstes Buch des Leipziger Verlags ed. cetera, erscheint schön gesetzt und aufwendig gedruckt, geliefert als Blätterstapel im Karton. [...] Figuren verschwinden und tauchen wieder auf. Es gibt Fußnoten, zweispaltig gesetzte Parallelhandlungen, es gibt Seiten mit Korrekturen an den Rändern und welche mit geschwärzten Passagen ... Dieses Buch ist ein Puzzle, ein Spiel."

Janina Fleischer, Leipziger Volkszeitung vom 05. März 2012 sowie online

 

Dafür einen herzlichen Dank an dieser Stelle an die Grafikerin Katja Eichfeld, die unschätzbaren Anteil daran hat, dass das Buch ist, wie es ist.