Chronologien sind "Opium für Historiker". 

Behauptet Universalius in Francis Neniks Roman XO, S. 434 f. 

Der Verleger auf Tournee.

Asylum of the Birds

von Roger Ballen

 

17. April 2014

bit.fall

von Julius Popp; MoMA Video

29. März 2014

Ab heute gedruckt im April-Heft des "Merkur" und digital in vollem Umfang bei uns: Francis Neniks literarischer Essay über das tragikomische Leben des inzwischen vollkommen vergessenen südafrikanischen Dichters und Anti-Apartheid-Kämpfers Vincent Edward Swart (1911-1962).

Swart war zu Lebzeiten einer der einflussreichsten südafrikanischen Poeten und ein entschiedener Gegner der Rassentrennung. Im deutschsprachigen Raum existierte bisher keine einzige Publikation zu seinem Leben und Werk, und auch in der englischsprachigen Welt findet sich kaum etwas über Swart. Francis Nenik hat die ebenso dramatischen wie wahnwitzigen Begebenheiten aus Swarts Leben nun in einem Essay nachgezeichnet und Ausschnitte aus Swarts Gedichten zwischen seine eigenen Zeilen montiert, wodurch - zusammen mit den ebenfalls eingefügten politischen Direktiven gegen Swart - das Bild eines Menschen entsteht, dessen Zerrissenheit in vielen Punkt die der damaligen südafrikanische Gesellschaft ist, sich in ihr spiegelt und an ihr immer weiter zerreibt.

 

 

04. September 2013

Seit einigen Tagen ist es da - unser erstes eBook! Zusammen mit der Rudolstädter Firma Zeilenwert haben wir das Alliterationsbuch von Fancis Nenik und Halina Kirschner für alle gängigen eBook-Formate und Reader aufbereitet. Und das Beste: die elektronische Version des Buches gibt's für nur 6,99 Euro. Zu haben bei zahlreichen Online-Buchhändlern und seit heute auch bei uns im Shop (zunächst nur als ePub).

 

12. Juli 2013

Ein kleines Buch geht in die große Welt. Im Oktober erscheint Francis Neniks Werk "The Marvel of Biographical Bookkeeping" im kleinen, aber feinen Readux Verlag - als gedrucktes Buch und als eBook. Darin enthalten: der preisgekrönte Essay "Vom Wunder der doppelten Biografieführung" sowie etwas, über das ich (noch) nicht mehr sagen kann als: Schaut es euch an und lasst euch überraschen! Ein Besuch auf der Readux-Webseite lohnt sich jedenfalls, denn dort bekommt ihr nicht nur das Buch in seiner ganzen Pracht zu sehen, sondern auch einen Eindruck vom Verlagsprogramm von Readux und den anderen tollen, kleinen Büchern, die dort im Oktober erscheinen.

 

15. März 2013

Verlegerlesung und -präsentation im Rahmen der Leipziger Buchmesse.

 

23. Februar 2013

Im Mai 2010 wurde der us-amerikanische Soldat Bradley Manning verhaftet. Ihm wird vorgeworfen, geheime Dokumente an Wiki-Leaks gegeben zu haben, was Manning mittlerweile auch zugegeben und damit begründet hat, dass er durch die Veröffentlichung des Materials eine breite Debatte um den Krieg in Irak und Afghanistan und seine Verbrechen entfachen wollte. Ein Ansinnen, das nach allem, was in den vergangenen Jahren und Monaten bekannt wurde, zumindest teilweise als gelungen bezeichnet werden kann, Manning im schlimmsten Fall aber lebenslang hinter Gitter bringen könnte.

Unter dem veröffentlichten Material befindet sicha auch das sog. "Collateral Murder"-Video, das den Beschuss und die Tötung von zwei Reuters-Journalisten sowie zahlreichen irakischen Zivilisten durch us-amerikanische Helikopterbesatzungen am 12. Juli 2007 in Bagdad zeigt.

Mannings Haftbedingungen wurden wiederholt von verschiedener Seite als "grausam, unmenschlich und demütigend" kritisiert. Allerdings scheiterten sämtliche Versuche von Mannings Anwalt, den Inhaftierten wegen der Haftumstände und der überlangen, rechtswidrigen Dauer der Untersuchungshaft freizubekommen. Alle diesbezüglichen Anträge wurden von der zuständigen Richterin abgelehnt und Manning lediglich 112 Tage auf die später zu verbüßende Haft angerechnet. Dies ist angesichts der drohenden – und von der Anklage auch geforderten – lebenslangen Freiheitsstrafe geradezu zynisch.

Anlässlich von Mannings 1000. Hafttag am 23. Februar hat Francis Nenik ein kleines Prosastück verfasst, das die Geschichte Bradley Mannings aus der Sicht seiner Ankläger erzählt. Es ist dies sozusagen Protest durch Übertreibung und Bloßstellen der Sprache der vermeintlichen Sieger der Geschichte.

Das Stück wurde bereits auf diversen anderen Webseiten und Blogs veröffentlicht, ich will es euch aber hier nicht vorenthalten. Der gesamte Text steht unter eine Creative-Commons-Zero-Lizenz. Er ist somit Public Domain und darf uneingeschränkt kopiert, bearbeitet und weiterverbreitet werden. Übersetzungen sind ausdrücklich erlaubt und erwünscht.

 

03. Februar 2013

Es ist fast schon ein wenig zu viel der Ehre: Francis Neniks Essay "Vom Wunder der doppelten Biografieführung" neben Novalis' "Monolog" und Hofmannsthals "Ein Brief" als Untersuchungsgegenstand einer literaturwissenschaftlichen Abschlussarbeit, die sich mit der Form des Essays im Allgemeinen und den Möglichkeiten der Poetisierung dieser literarischen "Zwischenform" im Besonderen beschäftigt. An dieser Stelle nochmal vielen herzlichen Dank an die Verfasserin, Christina Kramer aus Wien.

 

15. Januar 2013

Heute vor 90 Jahren wurde der schottische Dichter, Musiker und Zeichner Ivor Cutler geboren. Wahrscheinlich wird sein Geburtstag in keinem Feuilleton erwähnt werden. Ivor Cutler hat noch nicht mal einen deutschsprachigen Wikipedia-Eintrag. Überhaupt weiß keiner so genau, wer Ivor Cutler eigentlich war. Manche meinen, er sei "einer der seltsamsten Felsen in der Brandung skurriler individualistischer Erzählonkel" gewesen, derweil andere Ivor Cutler "für den weisesten Menschen auf Erden" hielten. Nun, wie dem auch sei, fest steht, dass Cutler erst spät, d.h. mit Anfang vierzig zum Dichten kam, noch später die ersten eigenen Platten aufnahm, parallel dazu in Summerhill afrikanische Trommelmusik und Bewegung lehrte und irgendwie auch durch den Magical-Mystery-Tour-Film der Beatles geisterte, was allerdings auf deren eigenen Wunsch hin geschah.

Wer nach halbwegs fundierten Artikeln zu Ivor Cutler sucht, wird im deutschsprachigen Raum so gut wie nichts finden, mit Ausnahme eines herrlich spleenigen Beitrages von Karl Bruckmaier. Selbiger stammt freilich aus dem Jahr 1992, ist mithin schon über zwanzig Jahre alt und kann nicht darüber aufklären, was Cutler zwischen 1992 und seinem Tod im Jahre 2006 so alles getrieben hat. Die Lektüre wird dennoch dringendst empfohlen.

Wer es ein wenig aktueller mag, dem sei Axel Ganz' ganz kurzer Abriss von Cutlers Leben und Schaffen ans Herz gelegt, der sich auf der Popkultur-Seite Jahrgangsgeräusche.de findet, auch wenn an dieser Stelle nicht verschwiegen werden soll, dass Cutler Mitglied der Noise Abatement Society und überdies der Ansicht war: "Wenn ich sterbe, werde ich froh sein, der lauten Popmusik entkommen zu sein".

Tja, und wer das alles schon kennt, der begebe sich bitte auf Wikipedia, klicke auf "Neuen Artikel anlegen" und beginne mit der Erstellung des deutschsprachigen Ivor-Cutler-Eintrags. Wir sagen Danke und – herzlichen Glückwunsch!

PS: Wer nicht so gern schreibt oder liest, sondern lieber zuhört (und heute noch kein Schaf von der Weide geklaut hat), der kann Ivor Cutlers kleinem "Vegetarier"-Song lauschen ...

 

17. Dezember 2012

"Poets, like the blind, can see in the dark." Jorge Louis Borges

directed and shot by Ian Ruschel

Alcidez Zonco as Borges; Assistant Director: Max Laux; Production Manager: Arnoni Lenz; Production Company: Zeppelin Filmes

Track: Gustavo Santaolalla - 21 - The Motorcycle Diaries Soundtrack

 

13. November 2012

Der englische Schriftsteller Bryan Stanley Johnson produzierte nicht nur ein xo-mäßiges Buch in Loseblattform ("The Unfortunates"), sondern schnitt auch schon mal Löcher in den Buchblock, um dem Leser die Messerstiche des Mörders zu verdeutlichen - und einen Ausblick auf den Fortgang der Geschichte zu geben. (Nebenbei bemerkt: Ein übereifriger Zensor nahm an, an den ausgeschnittenen Stellen hätten diverse Obszönitäten oder anderes, nicht zur Veröffentlichung taugendes Material gestanden und forderte Johnson daraufhin auf, ihm mitzuteilen, worum es sich handle...) Aber wie dem auch sei, Johnson jedenfalls experimentierte nicht nur mit dem Medium Buch, sondern auch mit der Typografie und - vor allem - literarischen Mitteln und Formen. So symbolisiert er z.B. die Gleichzeitigkeit in den Sprech- und Denkhandlungen zweier Personen durch die parallel gesetzte, zweispaltige Wiedergabe ihrer Aussagen und Gedanken im Text. Und in seinem 1964 erschienenen Roman "Alberto Angelo" lässt er Schüler auftreten, die ihren Lehrer, den titelgebenden Held Albert, beschreiben sollen, was diese dann auch in zahlreichen, vor Rechtschreibfehlern und irrsinnigen Anekdoten nur so strotzenden Aufsätzen auch tun.

Am 13. November 1973 beschloss er, seinem Leben ein Ende zu machen.

Eine kleine Reminiszenz an Johnsons Wirken im Allgemeinen und seine Story "Broad Thoughts from a Home" im Besonderen findet sich in Arthur Missas Story "Keeping up with the Johnsons", die Teil des von uns vertriebenen Prosabandes "Formenverfuger/Formenverfüger" ist. Und da inzwischen auch eine ins Englische übersetzte Version des Textes existiert, sei auch zu ihr verlinkt.

 

04. Oktober 2012

Der Conny ihr Pony

Robert Pohle, Martin Hentze; nach dem Gedicht: Der Conny ihr Pony von Gabriel Vetter

Deutschland 2008 dtOmeU

 

08. September 2012

Viele von euch kennen das: Man schreibt eine Abschlussarbeit, aber kaum einer liest sie. (Naja, mit ein bisschen Glück schauen die Betreuer mal rein...) Das ist natürlich nicht fair, schließlich bietet so eine Arbeit eine Menge neues Wissen, das die großen Gelehrten – Professoren genannt – gar nicht haben können. Abschlussarbeiten geht es also in etwa so wie Fußnoten – Schreiben und Lesen stehen hier wie da in einer Art indirekt reziprokem Verhältnis. Soll heißen: das eine lässt man zum Himmel wachsen, das andere zur Hölle fahren.

 

Nun, in "XO" gibt es auch Fußnoten. Manche zitieren frei erfundene Werke, andere lassen sich seitenlang über Unsinniges aus und eine (S. 743f.) enthält sogar selbst wiederum eine Fußnote, in der übrigens auf das nach wie vor unerforschte Thema "Gebrauchtkirchen" hingewiesen wird, wohinter sich solche Kirchen verstecken, die – meist aus Wellblech – an einem Orte errichtet, später nicht mehr gebraucht, deshalb geschlossen und per Zeitungsannonce zum Verkauf und Weiterbetrieb angeboten wurden.

 

Aber über "XO" will ich in diesem Fall gar nicht weiter sprechen, euch vielmehr auf eine Magisterarbeit aufmerksam machen, über die ich vor ein paar Tagen zufällig gestolpert bin. Sie beschäftigt sich mit Fußnoten und Anmerkungen in der neueren Erzählliteratur, und obwohl "XO" darin nicht vorkommt, weil aufgrund des Abfassungsdatums der Arbeit (2005) auch gar nicht vorkommen kann, will ich euch dieses Werk, in dem es auch ein höchst interessantes Kapitel über die allgemeine Geschichte der Fußnote gibt, nicht vorenthalten - und damit etwas gegen die Nichtbeachtung tun.

Alles weitere gibt's online hier.

 

31. August 2012

Amazon liebt Autoren. Angeblich. Was dahinter steht, und was das für die Verlagsbranche und Buchhändler bedeutet, zeigt dieser Zeit-Artikel über die "schöne" neue Welt der Bücher ...

 

11. Juli 2012

Der Verleger liest aus "XO" und Lyrik aus eigener Feder bei Stubenreim - und 100 Leute hören zu.

(Fotos by Javier Santos)

 

23. April 2012

"XO" zu Gast beim "Durstigen Pegasus", der ältesten durchgehenden Literaturreihe Europas - jeden Monat seit 1974!

 

05. April 2012

Weltpremiere! In der Leipziger Galerie KUB las Eyk Henze an Francis Neniks statt zum ersten Mal öffentlich aus dessen Roman "XO". Zu einem Lesekonzert machte es die Formation "Freipartikel" mit improvisierter Musik.

(Fotos by Konrad Diebler)

 

26. März 2012

Eyk Henze im Gespräch mit Radio mephisto 97.6 über sich, xo ed. cetera. Nachzuhören hier.

 

15. März 2012

Verleihung des EDIT Essaypreises u.a. an Francis Neniks für seinen Essay "Vom Wunder der doppelten Biografieführung" im Rahmen der Langen Leipziger Lesenacht zur dortigen Buchmesse.

Der Verleger trinkt an Neniks statt ...

... und liest an dessen Stelle.

Eine Doppelseite in der Wochenzeitung DER FREITAG für Francis Neniks Essay "Vom Wunder der doppelten Biografieführung".

 

11. März 2012

In unserer Rubrik link.ed ist ein Blog aufgeführt, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Autoren vorzustellen, die keiner mehr liest. Einer der dort aufgeführten Vergessenen ist der englische Dichter Nicholas Moore, der in den 1940er Jahren einer der wichtigsten Poeten Großbritanniens war, später aber durch eine Reihe von Unglücksfällen und seltsamen Umständen vollkommen in Vergessenheit geriet. Im deutschsprachigen Raum sind Moore und seine tragikomische Biographie noch komplett unbekannt. Aber das wird sich ändern, denn wir stellen euch Nicholas Moore vor. Als einen von zwei Autoren in Francis Neniks preisgekröntem Essay "Vom Wunder der doppelten Biografieführung." Am Donnerstagabend ab 23 Uhr in der Leipziger Moritzbastei.
Und wer sich vorab schon mal ein bisschen über Nicholas Moore informieren will, dem sei dieser kleine Blogeintrag hier empfohlen.

06. März 2012

Batistas Vermächtnis

 

1. Video schauen

2. Story lesen

3. Geburtstag feiern

Mehr Hunter-Mayhem-Abenteuer gibts in dem Short-Story-Band, der im Herbst hier bei ed. cetera erscheinen wird.

 

04. März 2012

Die Leipziger Volkszeitung berichtet auf ihrer Homepage über ed. cetera und Francis Neniks Roman XO.

 

26. Februar 2012

Kürzlich ist die erste Print-Rezension zu "xo" erschienen. Darin heißt es zusammenfassend:
"Die Atmosphäre, die sich in den kurzen, langen, geschwärzten oder befußnoteten Kapiteln zwischen kühnster Wortabenteuer, reinster Poesie und Fäkalsprache entspinnt, ist eine düstere, allerdings durchwirkt von heiteren Momenten."
(Julia Grote im logbuch. Kreuzer-Beilage zur Leipziger Buchmesse 2012)

Wir nehmen das als Kompliment - und sind gespannt, wie andere dieses wahnwitzige Buch lesen. Aber Vorsicht: "Denn einmal aus dem Kartonschuber geholt, bieten sich die 853 Seiten alle auf einmal dem Auge des Lesers dar, einzig von einer dunkelroten Banderole gehalten. Von der schieren Masse irritiert zieht man irgendeine Seite heraus, liest, legt ab, zieht wieder heraus, liest und sitzt irgendwann in einem Papierhaufen." (ebenda)

 

14. Februar 2012

ed. cetera ist online gegangen unter www.ed-cetera.de

Wie wärs denn mit Francis Neniks XO anstelle eines Blumenstraußes?! Das Buch hält sich länger, und der Eindruck, den es hinterlässt ist bleibend - am wenigsten aufgrund seiner 1,5 kg.

 

12. Februar 2012

Francis Nenik erobert Amerika! Nun ja, weniger er selbst als seine short story "Der Ingenieur / The Engineer"

 

09. Februar 2012

Das web 2.0 wird aufmerksam. Zum Beispiel hier.

 

31. Januar 2012

Die Seile des Testballons sind gekappt. Die Gondel ist mit 1,5 kg loser Blätter bewusst schwer gewählt. Wollen mal sehen, wie hoch und weit sie getragen werden wird in den Strömungen, mit denen sie sich schwertut. Die Rede ist von Francis Neniks Roman XO: "Eine Mischung aus Briefroman, Comic und durcheinanderzentriertem Gefabel. Ohne Beispiel, ohne Bindung. Eine Heimatloseblattsammlung? Wer weiß ..."

Es ist ein wahnwitziges Debüt. Keiner aus der Mannschaft versteht sich auf Luftfahrerei, aber niemand von uns ist höhenängstlich genug, um sie unversucht zu lassen. Der Ballon ist gestartet, jetzt lernen wir fliegen.